
Cold House
TM Wright
Catalyst Press 2003–10 Taschenbuch 220 Seiten
„Eine fesselnde Liebesgeschichte, in der Zeit und Raum von der Normalität abweichen, wo Verlangen und Verlust das Dasein bestimmen. Eine Geschichte über das, was uns nie los lässt, vor dem wir niemals fliehen können – über den Verlust, den wir erlitten haben und über das Unabwendbare.
In einem alten, kalten Haus, warten eine Frau und ihr Hund in der Einsamkeit und in Angst vor der noch kälteren Außenwelt.
In einer Stadt, deren Namen er nicht kennt, irrt ein Mann umher, der verzweifelt nach Antworten sucht. Ihre Liebe verbindet sie.“
(Quelle: Klappentext)
T. Ⅿ. Wrights Roman ist schon aufgrund der Erzählweise sehr ungewöhnlich und es ist Lektüre, die man nicht einfach so weg lesen kann, zudem spukt mir die Geschichte immer noch im Kopf herum… Deshalb ist „Das kalte Haus“ ein nachdenklich machendes literarisches Werk, äußerst gefühlvoll und intelligent geschrieben. Mir fehlen die richtigen Worte …
Eine Leseprobe gibt es hier: „Das kalte Haus“
(Verlinkt habe ich hier, wie man sieht die englische Ausgabe, gelesen habe ich das Buch auf deutsch welches lediglich bei Eloy Edictions erschienen ist und auch nur über diesen Verlag zu beziehen ist)
Rating: 





Das Paradies der Schwerter (Eichborn. Berlin)
Tobias O. Meißner
Eichborn 2004–02 Gebundene Ausgabe 361 Seiten
Inhalt:
Sechzehn Männer kämpfen in Tobias O. Meißners Paradies der Schwerter gegeneinander – das Preisgeld ist mäßig, das Risiko dagegen hoch: Gekämpft wird nämlich auf Leben und Tod. Einige nehmen aus Abenteuerlust am Turnier teil, einige aus Gier, andere aus Lebensüberdruss, aus Verzweiflung oder Not. Schicksale kreuzen sich und Klingen, eine expressionistisch bildpralle Sprache erzählt von Jubel, Leid und Tod. Auch der Autor scheut kein Risiko, beim Schreiben unterwarf er sich bestimmten Regeln und ließ auch die Willkür des Zufalls über sein Buch mit entscheiden. Paradies der Schwerter ist ein einzigartiges Experiment – ein Buch, so gerecht und ungerecht, so mitleidlos und tückisch wie das Leben selbst.
Meinung:
In den ersten Kapiteln dieses fantastischen Romans werden die verschiedenen Teilnehmer und deren Motive am Turnier teilzunehmen geschildert. Sechzehn völlig unterschiedliche Charaktere werden, eingebettet in jeweils eine kleine Geschichte, bildhaft und plastisch beschrieben. Einige sind mir sofort ans Herz gewachsen, so dass ich mir gewünscht habe, sie mögen später überleben.
Im zweiten Teil des Romans findet dann das eigentliche Turnier statt.
Tobias O. Meißner hat es mit diesem Buch geschafft mir meinen Nachtschlaf zu rauben. Ein erhöhter Adrenalinspiegel ließ mich auf Grund dieser äußerst spannenden Lektüre pardut nicht zur Ruhe kommen. Und ich bin eine Frau! dabei meint man doch, die meisten Frauen interessieren sich nicht für kriegerische Handlungen. Im Prinzip mag das stimmen, aber hier ist alles anders. Ein sehr plastischer und flüssiger Schreibstil versetzte mich direkt hinein ins Geschehen. Plötzlich befand ich mich in einer staubigen Kampfarena und hörte die Zuschauer schreien. Ich sah kämpfende, schweissbedeckte und blutende Körper und konnte die entsetzliche Angst einiger Teilnehmer förmlich riechen. Ich spürte den Scham der Niederlage und den Triumph des Sieges.
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, welches mich so gefesselt und nachhaltig beeindruckt hat.
Rating: 





Der Funke des Chronos. Phantastischer Thriller
Thomas Finn
Piper 2006–01 Gebundene Ausgabe 412 Seiten
Kurzbeschreibung:
1842, am Vorabend des Großen Brandes von Hamburg, hat Heinrich Heine eine schicksalhafte Begegnung: Er trifft Tobias, einen Zeitreisenden aus dem 21. Jahrhundert. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Reise und decken ein uraltes Familiengeheimnis auf. Doch damit geraten sie mitten in eine Verschwörung von ungeahnten Dimensionen. Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den berühmten Dichter und den jungen Mann aus der Zukunft. Und so wird Tobias‘ Suche nach der mysteriösen Zeitmaschine unversehens zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis mit dem Ausbruch des Großen Brandes die Hölle ihre Pforten öffnet. In der Tradition von H.G.Wells‘ berühmtem Roman „Die Zeitmaschine“ spinnt Thomas Finn einen phantastischen historischen Thriller um Deutschlands größen Dichter Heinrich Heine.
Meine Meinung:
Ach war das ein schönes Buch! Eine interessante Rundreise durch das historische Hamburg 1842 eingepackt in eine spannende Zeitreise – Geschichte. Man trifft Heinrich Heine und andere berühmte Persönlichkeiten aus der Vergangenheit.
Der Roman ist exakt recherchiert und nicht nur für Hamburgs Bürger lesenswert. Von solchen Büchern hätte ich gerne mehr…
Rating: 




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Gedankenhaie. The Raw Shark Texts
Steven Hall, Marcus Ingendaay, Susanne Hornfeck und Sonja Hauser
Piper 2007–02 Gebundene Ausgabe 430 Seiten
Kurzbeschreibung:
Eins nach dem anderen. Bleiben Sie ruhig. Wenn Sie das hier lesen, bin ich nicht mehr da. Nehmen Sie den Hörer und drücken Sie die Eins. Dr. Randle wird sich melden, Sie müssen sofort zu ihr fahren. Sofort. Mit Bedauern und voller Hoffnung, gezeichnet der Erste Eric Sanderson. – Als Eric Sanderson diesen Brief liest, erfaßt ihn panische Angst, Angst, die mit der Erkenntnis einhergeht, daß etwas sehr sehr Schlimmes passiert ist, daß er einen gravierenden Fehler gemacht hat. Eric zwingt sich also, ruhig zu bleiben, eins nach dem anderen: Wer ist er, und wo befindet er sich? Nur eins ist sicher – er wird von einer unsichtbaren Macht verfolgt, die sein Leben bedroht. Aber vielleicht geschieht das alles ja nur in seinen Gedanken? Nach einer irrwitzigen, beinah tödlichen Begegnung entschließt Eric sich, den Ersten Eric Sanderson zu suchen …
Meine Meinung:
Die Geschichte handelt von einer verlorenen Identität, die durch seltsame Mächte (Gedankenhaie) schleichend ausradiert wurde. Eric Sanderson erwacht in einem ihm unbekannten Raum und in seinem Kopf ist nur ein Nichts. Er kann sich an nichts erinnern, seine Vergangenheit ist ausradiert. Nicht einmal seinen Namen kennt er …
Im Lauf der Geschichte versucht Eric, mit Hilfe eines Professors und einer ihm sehr vertrauten Freundin sein Gedächtnis wieder zu finden. Das Ganze hat viel mit Vorstellungskraft zu tun, die auch vom Leser gefordert wird.
Alles in allem ein sehr spannender Thriller, wunderbar und literarisch anspruchsvoll geschrieben, mit feinem Humor, der jedoch sehr in Richtung Sciene-Fiction oder Fantasie abgleitet. Wer damit nichts anzufangen weiss und lieber Romane mit einem glaubwürdigen Hintergrund liest, dem sei abgeraten.
Hinweis: Der Text auf beiliegendem Lesezeichen gehört zur Geschichte, diesen vor Beginn der Seite 330 lesen!
Rating: 




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