
Rache.
Richard Laymon
Heyne 2006–04 Broschiert 556 Seiten
Mitten in der Nacht bricht Duane, der Freund von Sherry, in den nahegelegenen Supermarkt auf, um Kondome zu besorgen. Doch Duane kehrt nicht zurück. Sherry macht sich auf den Weg um ihren Freund zu suchen. Sie trifft auf den jungen, freundlichen Toby, dem sie vertraut und in dessen Auto sie steigt. Doch das entpuppt sich als Fehler, denn Toby ist alles andere als freundlich.
Laymon versteht sein Handwerk und im Vergleich mit anderen Autoren, die ebenfalls Horror-Romane schreiben, hebt er sich, was die Technik des Schreibens betrifft, positiv von der Masse ab. Deshalb bedaure ich es, dass sich bei seinen Geschichten immer wieder das Thema Gewalt in den Vordergrund drängt. Auch „Rache“ ist wieder so ein typischer Laymon-Roman mit viel Gewalt und zugleich abartigen sexuellen Handlungen für lediglich hartgesottene Thriller‑ und Horrorfans. Nun drängt sich die Frage auf, wollte er nicht anders, oder konnte er nicht? Die Antwort darauf wird es sicher nicht geben, da Laymon leider im Jahr 2001 verstorben ist.
Der Plot ist hier, im Vergleich mit „Die Insel“, noch einfacher gestrickt und das Verhalten der Charaktere nicht immer glaubwürdig. Doch was erwarte ich von einem Horror-Roman? Muss denn Horror glaubwürdig sein? Welches Genre sonst, wenn nicht der Horror-Roman erlaubt abartige, diffamierende und schockierende Geschichten, Geschichten über kranke oder gestörte Persönlichkeiten?
Richard Laymon gelingt es immer wieder, derartige Geschichten spannend zu erzählen und zugleich gewährt er uns Einsichten in die Psyche gestörter Persönlichkeiten, deren Handlungsweise für uns, als normale und nichtgestörte Menschen, nicht immer nachvollziehbar ist. Und doch existieren sie, die Perversen, die Kranken, die Gestörten … Ich brauche nur den Fernseher einzuschalten oder die Schlagzeilen in der Tageszeitung zu lesen …
Rating: 








