
Wut
Marcel Feige
Goldmann 2007–09–01 Broschiert 512 Seiten
Leif Schubert, ein junger Student, wird in Berlin von der Polizei bei der Beschaffung von einigen wenigen Gramm Gras erwischt. Die Drogen sollten aber nicht für ihn selbst sein, sondern für seine Freundin. Die Polizei glaubt ihm nicht. Er wird verurteilt und muss deshalb Sozialstunden in einer Einrichtung für Obdachlose ableisten. Zur Aufgabe von Leif gehört die Betreuung von Menschen, von deren Existenz er bis jetzt nichts gewusst hat. Diese Menschen hausen im Untergrund von Berlin, in stillgelegten U-Bahn – Schächten und im weit verzweigten Tunnelsystem direkt unter Berlin. Es sind Menschen, die keine Hoffnung mehr haben, Menschen die durch das soziale Netz gefallen sind.
Schockiert erfährt Leif, dass sich unter diesen Obdachlosen auch Kinder befinden.
Mehrere Morde geschehen, ein Serienmörder treibt sein Unwesen direkt unter Berlin. Kommissar Kalkbrenner ermittelt und Leif ist der Hauptverdächtige….
Marcel Feige hat mit „Wut“ einen intelligenten, sehr realitätsnahen und spannenden Kriminalroman/Thriller geschrieben. Er beginnt langsam, nimmt ab der Mitte Tempo auf und wird gegen Ende leider wieder etwas ruhiger. Die Figuren jedoch haben Tiefe und sind gut beschrieben. Besonders Kommissar Kalkbrenner, der auch mit privaten Problemen zu kämpfen hat, empfand ich als sympathisch. Nebenbei gelingt es dem Autor spielend, die lebendige Atmosphäre Berlins zu transportieren.
Kurze Kapitel und ein sehr moderner Schreibstil bieten hier spannende Krimi-Unterhaltung. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit Kommissar Kalkbrenner. „Gier“ soll 2008 erscheinen.
Rating: 









2 Kommentare
Marcel Feige bedient wirklich alle Klischees, die es gibt. Stadtteile, Organisationen, aktuelle Ereignisse,Protagonisten werden mit Blut und Ekel zu einer Krimisuppe zusammengerührt. Ich mußte oft schmunzeln bei den Beschreibungen der Rütlischule, des Märkischen Viertels usw. Das ist Boulevardpresse ganz unten. Aber er schreibt spannend und flüssig. Für Liebhaber von Actionkrimis also durchaus lesenwert. Ich mag lieber die subtileren, leisen Krimis. Von mir also nur 2 Sterne.
Karlheinz, vielen Dank für Deinen Eintrag
Da sieht man wieder einmal wie unterschiedlich der „Lesegeschmack“ sein kann. Gerade dieses Buch zählt für mich zu einem verhältnissmäßig leisen, aber dennoch sehr spannenden Krimi; und was die Klischees betrifft — mir sind sie nicht aufgefallen. Gut, ich bin kein Berliner; vielleicht sieht man es als Berliner anders?!